Kürschner werben auf Dortmunder Messe

Dortmund. Mit dem "International German Red Fox Award" möchten Kürschner und Jäger auf der Dortmunder Messe "Jagd und Hund" eine Tradition beleben, die in der Vergangenheit viel Missbilligung geerntet hat – das Tragen von echtem Fell.


Von der Messe Jagd und Hund soll am Samstag ein Zeichen ausgehen. Mit der Auslobung des "International German RedFox Award" möchten das Kürschnerhandwerk, das Jagdmagazin Wild und Hund sowie der Landesjagdverband eine Tradition beleben, die in der Vergangenheit viel Missbilligung auf sich gezogen hat – das Tragen von Fellen zu Modezwecken.

"In Europa wird der Fuchs unter anderem zum Arten- und Seuchenschutz bejagt. Durch den Wettbewerb soll die nachhaltige Verwertung der Felle, die sonst einfach auf dem Müll landen, gesteigert werden", hieß es in einer Erklärung. Es dürften allerdings nur Felle von wildlebenden Tieren verarbeitet werden, die waidgerecht erlegt worden seien.

Das heimische Kürschnerhandwerk würde sich über eine Forcierung der Idee, wieder mehr Fuchsfelle zu Mänteln etc. zu verarbeiten, freuen. Seitdem das Tragen von Pelzen aus ethischen Gründen an Einfluss auf die Mode verloren hat, fühlt sich das Gewerbe waidwund geschossen. Ein Blick in die Statistik zeigt Thomas Sommer von der Handwerkskammer, dass der Kürschner in Dortmund als Beruf kaum mehr eine Rolle spielt. Gab es 2007 noch elf in Dortmund, seien es derzeit nur noch drei Betriebe, die Pelze verarbeiteten.

"Waidgerecht erlegt", daran glaubt die Tierschutzorganisation PETA nicht, sollte daraus erstmal ein Geschäft werden. Ist aber auch egal, für PETA-Aktivisten ist das Ansinnen sowieso eine glatte Provokation. "Pelz ist Mord – egal ob der Fuchs erschossen worden ist oder anders zu Tode kommt", sagt der Kampagnenleiter "Tiere in der Bekleidungsindustrie", Frank Schmidt. "In der Regel wird man nicht erklären können, woher die Felle kommen", meint er.

Fuchsfarmen in Finnland

Allein von Fuchsfarmen in Finnland kämen jährlich zwei bis drei Millionen Felle auf den Markt, und es gebe keine Deklarationspflicht. Dass der Fuchs indes auch in Dortmund wieder auf dem Vormarsch ist, bestätigt Winfried Hardes vom Landesbetrieb Wald und Holz. "Wir haben regelmäßig Anrufe von Bürgern, die Füchse sogar im Stadtgebiet gesehen haben", sagt er.

Der Fuchs ist schlau und scheu – aber ob das zum Überleben reicht, wenn er auch mal wieder schick wird? am Dienstag  startet die Messe in den Westfalenhallen und endet am 3. Februar.

http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/kuerschner-werben-auf-dortmunder-messe-jagd-und-hund-fuer-fuchspelz-id7533778.html

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Siehe dazu auch:

Samstag 2.2. 2013, 11-17 Uhr